Hypnotic Poison

Hypnotic Poison Hypnotic Poison Hypnotic Poison Hypnotic Poison

Das Tanzstück Hypnotic Poison von Tarek Assam und Robert Przybyl handelt von kleinen und großen Geheimnissen, die Menschen haben und die oft so intim und privat sind, dass sie sich niemandem anvertrauen können oder wollen. Viele Menschen bringen enorm viel Kraft auf, um ihre Geheimnisse vor der Gesellschaft geheim zu halten und nicht selten suchen sie ein Ventil, um die dadurch entstehende innere Spannung loszuwerden; dies äußert sich dann z.B. in Gewaltausbrüchen gegen andere Personen, die mit dem Konflikt gar nichts zu tun haben. Um diese inneren und äußeren Konflikte und die sich daraus ergebenden Verhaltensweisen der Menschen mit solchen Geheimnissen geht es in Hypnotic Poison.

Die Schüler/innen der Klasse 9e und der Ethikguppe des neunten Jahrgangs sollen sich, nachdem sie das Stück gesehen haben, mit dem Thema Mobbing und speziell mit Cyber-Mobbing auseinandersetzen, da dies leider ein Phänomen ist, das sich in Zeiten von sozialen Netzwerken wie Facebook rasend schnell verbreitet. Beschimpfungen und Bloßstellungen anderer Personen – Mitschüler oder Bekannten – ist durch das Internet und seine Anonymität sehr viel einfacher geworden und nimmt deshalb leider besorgniserregend schnell zu. Erhaltene verbale Attacken oder Hass-E-Mails werden dann bei Jugendlichen zu Geheimnissen, die sie mit sich herumtragen und die auf ihnen lasten. Aus Angst und Scham können sie sich oft nicht der Familie, Freunden oder Lehrern anvertrauen, sondern versuchen alleine mit den Demütigungen fertig zu werden. Viele Jugendliche werden auf diesem Wege zum „Opfer“ – eine auf Schulhöfen weit verbreitete Vokabel und Modewort unter Jugendlichen.
Wir wollen in diesem Projekt wissen wie die Schüler/innen „Opfer“ definieren – also wann und wie jemand zum „Opfer“ wird – und wie sie Beschimpfungen und verbale Attacken auf Facebook und Co. erleben bzw. wie sie damit umgehen. Um sich dem Thema zu nähern, sollen die Schüler/innen der Projektgruppe harte verbale „Opfer“- Attacken aus Facebook-Einträgen von Freunden und Bekannten sammeln. Diese dienen als Grundlage, um mit den beiden Tänzern Michael Bronczkowski und Esteban Barias Garrido „Opfersituationen“ zu entwickeln und nachzustellen. Michael und Esteban stehen dabei als „Opfer“ zur Verfügung. Die Schüler/innen sollen sich während der Projektlaufzeit kritisch mit der Macht der Anonymität des Internets auseinandersetzen und erleben was Bloßstellungen und Demütigungen mit ihnen machen und welchen Schaden ein oft unbedachter Klick auf Facebook anrichten kann.
Am Ende des Projektes soll aus den selbst entwickelten Szenen, die die Schüler/innen selber mit von uns zur Verfügung gestellten Videokameras filmen sollen, eine Ausstellung entstehen. Diese Ausstellung soll an verschiedenen Orten in sozialen Brennpunkten in Gießen und Umgebung zu sehen sein.

Künstlerisches Team